ACHTECK
Pavillon im Garten, Fahltskamp 30, 25421 Pinneberg
03-10-2026
04-10-2026

ACHTECK

Ausstellung
03.10. – 04.10.2026

03.10. um 15 Uhr
Einführung
Manya Gramsch, Kunsthistorikerin
Geöffnet von 15-18 Uhr

04.10., geöffnet von 15-18 Uhr

Forum: PAVILLON
Garten
Fahltskamp 30
25421 Pinneberg

Ausstellung ACHTECK
Präsentiert werden Arbeiten, die in einem begrenztem Zeitraum PAV_STIP 2026 angedacht, entworfen, verworfen, ausgeführt, neu gedacht, entdeckt, erarbeitet, beobachtet in Einzelarbeit oder im Team mit und ohne Besuch entstanden.

Katalog PAV_STIP 2026 erscheint nach der Ausstellung

ACHTECK
Die Präsentation der Kunstausstellung in einem achteckigen Holzpavillon schafft eine besondere Verbindung zwischen Kunst, Architektur und Natur. Die ungewöhnliche Form des Pavillons eröffnet vielfältige Blickachsen und ermöglicht es, die Werke aus unterschiedlichen Perspektiven zu erleben. Jede Seite des Achtecks bildet dabei einen eigenen Ausstellungsbereich, sodass ein abwechslungsreicher Rundgang entsteht.

In diesem besonderen Rahmen präsentieren die Künstlerinnen Janine Gerber, Ellen Hutzenlaub und Ina Steinhusen  ihre Arbeiten. Die Arbeiten entstanden während des PAV_STIP 2026. Ihre unterschiedlichen künstlerischen Positionen treten in einen spannenden Dialog miteinander und werden durch die besondere Architektur des Pavillons zusätzlich hervorgehoben.

Das warme, natürliche Material Holz verleiht dem Raum eine einladende Atmosphäre und bildet einen reizvollen Kontrast zu den ausgestellten Werken. Das wechselnde Licht und die geometrische Form des Pavillons lassen immer wieder neue Perspektiven entstehen. Die Kunst wird nicht isoliert betrachtet, sondern tritt in unmittelbaren Dialog mit dem Raum und seiner Umgebung.

So wird der achteckige Holzpavillon selbst zu einem Teil der Ausstellung: Er ist nicht nur ein außergewöhnlicher Ort für die Präsentation der Werke, sondern macht den Besuch zu einem besonderen räumlichen und sinnlichen Erlebnis. 

JANINE GERBER

Mein Anliegen ist, die Übergänge der Materialien im Raum, des Holzes, dessen Formen und die Veränderung des natürlichen Lichtes zu erfahren und dies malerisch zu erfassen. Dafür nutze ich in Größe, Qualität und Transparenz sehr unterschiedliche Papierqualitäten: Aquarellpapier, dickeres Packpapier, sehr feine Japan-Papiere, mit Pigmenten vorab grundiertes Papier. Mit Tusche, Aquarell sowie durch Bleistift nähere ich mich den Übergängen, den Veränderungen durch Licht, Geräusch und Material, welche die Architektur des Pavillons bilden. Die Ruhe, Stille und teilweise auch die Geräusche faszinieren mich sehr. Sie füllen den Innenraum des Pavillons. Es sind verschiedene, sehr sinnliche, flüchtige Gegebenheiten.

Fotos: Janine Gerber

Die Größen der Papiere, deren Qualität, die Qualität des Farbauftrags bilden Komponenten, wie ich mich dem Pavillon in seinem Inneren nähere, um den Raum zu „erfassen“ und den Übergang zum illusionistischen Raum des Bildes zu schaffen.

Pamela Coats und Ele Runge

Foto: Ellen Hutzenlaub

ELLEN HUTZENLAUB

GOLD

oder Chrysalis und Subversion

Mit Puppe oder Chrysalis, auch Chrysalide (zu altgriechisch χρυσός chrysos (Gold) wird in der Zoologie das Stadium zwischen Larve und voltentwickelten Insekt bezeichnet.
Architektonische, soziokulturelle und zeitbedingte Gegebenheiten und Bedingungen von Orten und Räumen sind Ausgangspunkte meiner temporären Installationen. Das Bild der Verpuppung, als Metapher für eine sentimentale geradezu kitschige Weltflucht, war das erste Bild, dass der Pavillon in Pinneberg bei mir auslöste.
Durch die Beschäftigung mit der Geschichte des Ortes und meine Recherche zum Vorgang der Verpuppung verschob sich mein erster Eindruck. Die Verpuppung ist durch die Notwendigkeit der Tarnung und den nahezu bewegungslosen Zustand sowie die Reduktion aller Grundbedürfnisse, ein geradezu subversiver Übergangszustand im Transformationsprozess von der Larve zur Puppe zum Imago, dem vollständig ausgebildeten Insekt, also gar nicht romantisch, sentimental.

Der Pavillion und seine Geschichte wurde mit der Beschäftigung zu einem scheinbar idealen Ort, um über das aktuelle Taumeln zwischen der Notwendigkeit der aktiven Gestaltung von möglichen Zukünften und der Sehnsucht nach radikalem Rückzug nachzudenken. Diese Grundstimmung, die wie ein Hintergrundrauschen aktuell viele von uns betrifft und spürbar zur Ohnmacht oder zu sonderbaren und demokratiebedrohenden Auswüchsen führt.

Ich möchte den Mitteln des Modellbaus, der Zeichnung und der Fotografie über die Chrysalide, als goldenen, subversiven, vielleicht auch utopischen Übergangszustand nachdenken. Wie bedingen sich Handlung und Rückzug und wie können Übergänge aussehen und gestaltet werden?

INA STEINHUSEN

Ich arbeite in und mit der Natur , bilde sie ab , lasse sie sich selbst abbilden und befasse mich eingehend mit der jeweiligen Thematik um zu verstehen. Ich möchte aufzeigen, welch ein Verlust es ist, eine anthropozentrische Position einzunehmen und die Verbindung zu allem Lebendigen zu verlieren. Ich versuche über die „Naturschönheit“ , die ich abbilde den Betrachter wieder staunen und empfinden zu lassen. 

Ich lege ein mit lichtempfindlicher Cyanotypielösung beschichtetes Blatt Papier für eine bestimmte Zeit vor den Pavillon. Es zeichnet sich die Lichtintensität und bei Niederschlag der Regen auf dem Blatt ab. Dies wiederhole ich in einem festen Zeitraster. Entwickelt werden die „Aufzeichnungen“ dann zuhause. So entsteht ein Tableau eines Tages ganz individuell für Pinneberg und den Pavillon. 

Foto: Ina Steinhusen

Ausstellung gefördert durch den Kreis Pinneberg,  Kulturwerk-SH e. V.

PAV_STIP 2026 gefördert vom Kulturwerk SH e.V.