Quiet hunt
2026-02-01
2026-04-14

Quiet hunt

Versuche über Wachsamkeit

ANNE DINGKUHN

Quiet hunt- Versuche über Wachsamkeit

Der Naturraum ist ein Raum des fragilen Gleichgewichtes. Er ist Schauplatz von Gefahr und Verdrängung, Schauplatz des Jagens und Gejagtwerdens: innerhalb des Tierreiches, aber auch zwischen Mensch und Tier. Wachsamkeit und Sich-Verbergen-Können sind existentiell – ein stilles Zusammenspiel von Bewegung, Achtsamkeit, Präsenz und Flucht. 

Dies wird besonders spürbar in der Dämmerung. Während sich viele Tiere jedoch perfekt an die Dunkelheit angepasst haben, führt sie uns Menschen unsere eigene Verletzlichkeit vor Augen: Im Dämmerlicht sind die Dinge nicht mehr eindeutig, ihre Vertrautheit schwindet. Wahrnehmung erweist sich als zweifelhaft, die Welt wird unheimlich.

Wie geht der Mensch um mit dem schwindenden Tageslicht? Wie fragil wird er im Übergang vom Tag zur Nacht? Ist es denkbar, den Verlust der Vertrautheit als Herausforderung zu begreifen, um das Zweifelhafte auszuhalten? Können wir im Ungefähren bestehen, oder müssen wir das Fremde überwältigen und selbst zum Jäger werden. Das Tier, die Natur, die Welt zur Beute machen.

Fotos: pietschpictures

Anne Dingkuhn
spürt in ihren Installationen der Verletzlichkeit nach, die sich sowohl in der Natur als auch in unserem Verhältnis zu ihr offenbart. Sie thematisiert, wie sich im Übergang vom Tag zur Nacht unsere Wahrnehmung verändert, Unsicherheit entsteht und Vertrautheit schwindet. Sie lädt dazu ein, diese Momente der Unsicherheit bewusst wahrzunehmen und als Teil unseres eigenen Umgangs mit der Natur zu reflektieren.

Anne Dingkuhn hat in Berlin an der Hochschule der Künste studiert. Sie erhielt diverse Auszeichnungen, ihre Arbeiten waren in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Hamburg und bundesweit zu sehen.

Text: Wolf Eismann

Schillerstraße 11

25709 Marne

www.kbh-marne.de

KBH Marne

Das Kultur- und Bürgerhaus, das seit April 2011 von dem Autor und Journalisten Wolf Eismann geleitet wird, wurde im März 2009 eröffnet, um das städtische Leben in Marne und das kulturelle Angebot in der gesamten Region zu bereichern. Unter dieser Maßgabe im Rahmen des Städtebauförderungs-programms und mit Hilfe von europäischen Fördermitteln realisiert, bietet der Bau auf zwei Ebenen mit mehr als 130 qm Platz für wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler – und präsentiert darüber hinaus Monat für Monat ein abwechslungsreiches Programm: Konzerte, Kabarett und Comedy, Theater, Lesungen und Kleinkunst.

Dem Neubau angegliedert ist das Haus des bedeutenden Dithmarscher Fotografen Thomas Backens (1859-1925), das von Sohn Ernst und Enkel Peter noch bis ins neue Jahrtausend weitergeführt wurde. In dem Altbau sind regelmäßig wechselnde Ausstellungen regionaler Künstler zu sehen.

Das Kultur- und Bürgerhaus, das von dem Architekten Jörg Steinwender aus Heide realisiert wurde, erhielt im Oktober 2011 einen Preis des Bundesverbandes der Architekten (BDA) für herausragende Architektur in Schleswig-Holstein.

Öffnungszeiten: donnerstags bis sonntags jeweils von 15 bis 18 Uhr

Text: Wolf Eismann